Verlegeanleitung Boston Design Premium Click Vinyl
Allgemeine Hinweise
Für die Verlegung von Rigid-Vinylbodenbelägen sind die VOB, Teil C, DIN 18365 (Deutschland) bzw. die jeweils gültigen nationalen Normen für Bodenbelagsarbeiten, die allgemein anerkannten Regeln des Fachs sowie der aktuelle Stand der Technik zu beachten.
Trotz sorgfältiger Qualitätskontrollen können Materialfehler nicht vollständig ausgeschlossen werden. Daher sind die Bodenbeläge vor der Verlegung auf Chargengleichheit, Vollständigkeit sowie erkennbare Mängel zu prüfen. Reklamationen hinsichtlich sichtbarer Mängel, die vor der Verlegung erkennbar waren, können nach erfolgter Verlegung oder nach Zuschnitt nicht mehr anerkannt werden.
Der Bodenbelag ist ausschließlich für den Innenbereich geeignet. Die Verlegung in Wintergärten, unbeheizten Räumen oder Bereichen mit starken Temperaturschwankungen ist nicht zulässig.
Vor Beginn der Verlegung sind alle Pakete auf Übereinstimmung von Dekor, Farbe und Chargennummer zu überprüfen. Für Schäden oder Abweichungen, die nach der Verlegung festgestellt werden, kann keine Haftung übernommen werden.
Vorbereitung
Der Untergrund muss eben, tragfähig, dauerhaft trocken, rissfrei, sauber sowie zug- und druckfest sein. Die Anforderungen der jeweils gültigen nationalen Normen und Regelwerke sind einzuhalten.
Folgende Restfeuchtewerte dürfen nicht überschritten werden:
• Zementestrich: max. 2,0 CM-% (max. 1,8 CM-% bei Fußbodenheizung)
• Calciumsulfat-/Anhydritestrich: max. 0,5 CM-% (max. 0,3 CM-% bei Fußbodenheizung)
Bei der Verlegung auf Fußbodenheizungen muss der Estrich nach den geltenden Normen fachgerecht hergestellt und belegreif aufgeheizt werden. Die Oberfl ächentemperatur des Bodenbelags darf 27 °C nicht überschreiten.
Vorhandene elastische oder textile Bodenbeläge sind vor der Verlegung vollständig zu entfernen. Die Ebenheit des Untergrundes muss den geltenden Normen entsprechen. Unebenheiten dürfen 2 mm je laufendem Meter nicht überschreiten und sind gegebenenfalls durch geeignete Spachtel- oder Ausgleichsmaßnahmen zu beseitigen.
Alte Holzdielenböden sind auf ausreichende Festigkeit und Tragfähigkeit zu prüfen. Lose Dielen müssen vor der Verlegung fest verschraubt werden. Zur Vermeidung von Knarrgeräuschen und Unebenheiten sind erforderlichenfalls geeignete Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen. Der Untergrund darf keine schwingende oder federnde Konstruktion aufweisen.
Während der Verlegung müssen folgende raumklimatische Bedingungen eingehalten werden:
• Bodentemperatur mindestens 15 °C
• Raumtemperatur mindestens 18 °C
• relative Luftfeuchtigkeit maximal 65 %
Die Bodenbeläge sind vor der Verlegung mindestens 48 Stunden in den ungeöffneten Originalverpackungen im Verlegeraum zu akklimatisieren. Die Pakete dürfen erst unmittelbar vor der Verlegung geöffnet werden.
Vor der Verlegung sind alle Dielen bzw. Fliesen auf Dekor, Farbe, Struktur, Chargengleichheit und erkennbare Mängel zu prüfen. Zur Erzielung eines harmonischen Verlegebildes wird empfohlen, Material aus mehreren Paketen gleichzeitig zu verarbeiten. Sichtbare Mängel oder Farbabweichungen können nach der Verlegung nicht mehr anerkannt werden.
Verlegung
Der Bodenbelag ist mit einem Mindestversatz der Stirnfugen von 30 cm zu verlegen. Der Abstand zu Wänden, Türzargen, Rohrdurchführungen sowie allen festen Bauteilen und Einrichtungsgegenständen muss umlaufend mindestens 10 mm betragen.
Bewegungsprofi le sind bei Raumlängen oder Raumbreiten von mehr als 12 m zwingend einzusetzen. Der Bodenbelag muss zudem an allen Türdurchgängen getrennt werden. Eine durchgehende Verlegung über mehrere Räume hinweg ist nicht zulässig.
Unter Einrichtungsgegenständen mit hoher statischer Belastung sind geeignete Maßnahmen zur Lastverteilung vorzusehen (z. B. Lastverteilplatten).
Der schwimmend verlegte Bodenbelag darf nicht durch schwere Möbel oder fest installierte Einbauten fixiert werden. Die Installation von Einbauküchen, Kücheninseln, Einbauschränken oder vergleichbaren schweren Einrichtungsgegenständen auf dem schwimmend verlegten Bodenbelag ist nicht zulässig. Diese Bauteile sind vor der Verlegung zu montieren oder konstruktiv vom Bodenbelag zu entkoppeln.
Rigid-Vinylbodenbeläge sind von fest eingebauten Einrichtungsgegenständen wie Küchenzeilen, Kaminöfen oder Kachelöfen dauerhaft zu entkoppeln.
Kamin- und Kachelöfen dürfen nicht auf dem Vinylbodenbelag aufgestellt werden. Sie sind ausschließlich auf einem geeigneten mineralischen Bodenbelag (z. B. Fliesen, Naturstein oder Beton) zu installieren. Der erforderliche Sicherheitsabstand zu Wärmequellen ist gemäß den jeweiligen Herstellerangaben und geltenden Vorschriften einzuhalten.
Bei der Verwendung von Silikon in Fugenbereichen ist grundsätzlich zunächst eine geeignete Rundschnur (Füllschnur) einzusetzen. Dadurch wird eine Dreifl ankenhaftung vermieden und die notwendige Bewegungsfreiheit des Bodenbelags sichergestellt.
Reinigung
Vinylbodenbeläge sind werkseitig mit einer vernetzten PU- und UV-Oberfl ächenvergütung ausgestattet. Daher ist keine Ersteinpfl ege erforderlich.
Die Reinigung kann je nach Beanspruchung und Verschmutzungsgrad in regelmäßigen Intervallen erfolgen. Loser Schmutz lässt sich durch Kehren, Staubsaugen oder Feuchtwischen entfernen. Für die Feuchtreinigung eignen sich Systeme mit imprägnierten Vliestüchern oder ein nebelfeucht eingesetzter Wischmopp.
Bei stärkeren Verschmutzungen oder fest anhaftenden Verunreinigungen ist dem Wischwasser ein für Vinylbodenbeläge geeignetes Reinigungsmittel gemäß Herstellerangaben beizufügen.
Hinweis: Scheuernde Reinigungsmittel, Lösungsmittel sowie stark alkalische Reiniger dürfen nicht verwendet werden, da sie die Oberfl äche des Bodenbelags beschädigen können.
Werterhaltung
Zur Vermeidung von Beschädigungen dürfen ausschließlich Möbel- und Stuhlrollen verwendet werden, die der DIN EN 12529 (Typ W, weiche Doppellenkrollen) entsprechen. In Bereichen mit Bürostühlen oder häufi g bewegten Möbeln wird die Verwendung geeigneter Bodenschutzmatten empfohlen.
Möbelgleiter, Stuhlgleiter und Stuhlrollen sind regelmäßig auf Beschädigungen und Verschmutzungen zu überprüfen und bei Bedarf auszutauschen. Beschädigte oder ungeeignete Gleiter können Kratzer und Druckstellen auf der Oberfl äche des Bodenbelags verursachen.
Im Eingangsbereich wird der Einsatz von ausreichend dimensionierten Sauberlaufzonen bzw. Schmutzfangmatten empfohlen. Diese können den Eintrag von Schmutz, Sand, Feuchtigkeit und anderen abrasiv wirkenden Partikeln deutlich reduzieren und tragen wesentlich zum langfristigen Werterhalt des Bodenbelags bei.
Wie bei nahezu allen Bodenbelägen können auch bei Vinylbodenbelägen durch langfristige Einwirkung von UVStrahlung und Sonnenlicht Farbveränderungen auftreten. Zum Schutz des Bodenbelags wird empfohlen, bei intensiver Sonneneinstrahlung geeignete Sonnenschutzsysteme wie Vorhänge, Jalousien, Rollos oder andere Beschattungseinrichtungen zu verwenden.
Schwere Gegenstände sowie Möbel dürfen nicht über den Bodenbelag gezogen oder geschoben werden. Zum Umstellen sind diese stets anzuheben, um Beschädigungen der Oberfl äche und des Verriegelungssystems zu vermeiden.